Monat: Dezember 2018 Seite 1 von 3

Melbourne – Canberra

Dieser Tag ist kurz erzählt: Wir beschliessen, die Küste zwischen Melbourne und Sydney links liegen zu lassen und so rasch wie möglich nach Sydney resp. Blue Mountains zu kommen. 

Die über 800 Kilometer unterbrechen wir mit einer Nacht in Canberra, der Hauptstadt Australiens. Und dies zum Jahreswechsel, die Aussies dürfen sich geehrt von unserem Besuch nennen :-).

Trotzdem beträgt die reine Fahrzeit noch gut 7.5 Stunden. D.h. wir verbrachten den Tag mehr oder weniger auf dem Highway. Anstelle einer grossen Party kochten wir uns ein feines Nachtessen und den Jahreswechsel verbrachten wir im Tiefschlaf.  

  

 

Port Campell – Melbourne

Am Morgen geht Conny mal unter die Dusche – resp. sie müsste sich den Patz richtig erkämpfen zwischen den vielen Inderinnen, welche die sanitären Anlagen auch zum Abwaschen, Reis kochen und Handy laden in Beschlag nahmen. 

Weiter geht es auf der Great Ocean Road, dort legen wir 2 Stopps ein, um die gewaltigen Felsformationen zu betrachten.

 

Der nächste Stopp ist dann bei den bekannten 12 Apostels – resp. jenen welche noch übrig sind – aber immer noch sehr eindrücklich – bei Sonnenschein hätte es sicher noch besser ausgesehen.

 

Nun geht es auf der GOR ein wenig landeinwärts bis wir beim Apollo Bay wieder ans Meer kommen – hier beginnt die Strecke mit den vielen Surfern. Und die Dörfer sind völlig überlaufen mit Aussies, welche hier Ferien machen – Chaos pur, weshalb wir uns entscheiden, bis Torquay durchzufahren – mit 2 Stopps um Koalas in den Bäumen zu bewundern.

 

In Torquay angekommen geniessen wir zuerst einen späten, ungesunden Lunch (Burger and Chips), bevor es in den Rip Curl Laden geht (die Marke wurde hier 1969 gegründet).

Weiter geht es auf den Highway mit den Ziel, östlich von Melbourne einen Camping- oder Rastplatz zu finden für die Nacht. Obwohl wir Online schon versucht haben zu buchen, avisieren wir trotzdem einen Big4-Camping an und das Glück ist erneut auf unserer Seite und wir bekommen den letzten powered Platz!

 

 

Naracoorte – Port Campell

Früh morgens starten wir den Motor und fahren Richtung Great Ocean Road. Es braucht hier alles seine Zeit und wir sind erst um die Mittagszeit in der so beakannten Welt. Gesehen haben wir nebst dem Bay of Island, der London Bridge auch den Grotto und sind nun in Port Campell gelandet.

Heute haben wir ganz knapp und mit viel Glück einen Campingplatz mit Strom erhalten. Es kann gut sein, dass unsere Spontanität, keine Buchung zu tätigen, die nächsten Tage aufs ärgste flach rauskommt. Alle Campsites sind ausgebucht. Wir finden nichts, was wir die nächsten Tage buchen könnten. On verra!

Nun – geniesst den Schnee zu Hause! Wir denken an Euch. Heute Abend sind Trainerhosen und Bettsocken angesagt, denn wir haben knapp noch 20 Grad um 21 Uhr :-(.

  

St. Helens – Launceston

Von St. Helens starten wir morgens über den Umweg von Bridport, welches nördlich von Tasmaien liegt, nach Launceston. Bridport ist ein Ferienort der Aussies, der grosse Zeltplatz im Stadtzentrum hat absolut keine Ausländer beheimatet und im kalten Meer baden die Kinder, wie wir Warmduscher im Moossee :-). Wir haben dort die Küstengegend besichtigt, einen gäbigen Spaziergang gemacht und uns eine Glace gegönnt. Nach free WiFi und Updates nach Hause sind wir dann in die zweitgrösste Stadt von Tasmanien gefahren.

Dort haben wir in einem B&B ein Zimmer für eine Nacht gebucht. Ein herzliches altes Ehepaar managed dort einige Zimmer. Wir würden die Location aber nicht empfehlen, denn wenn sich das eine im Bett gedreht hat, ist das andere gleich mitgesprungen :-). Das forderte kurz eine halbnächtliche Improvisation, will heissen, eines von uns hat teilweise am Boden geschlafen, damit wenigstens beide einige Stunden Schlaf geniessen konnten.

Vorher haben wir aber den Nachmittag mit einer Stadterkundung verbracht und sind in das an der Stadt angrenzende Tal spaziert. Dort versprach man uns einen kleinen See und eventuell Wallabies. Nun, der See war eine Badi, es gab noch ein Swimmingpool und wurde von x Menschen belagert, welche irgendwo mit dem Auto angereist sind. Wir glaubten wir spinnen. Klar somit auch, dass die wilden Tiere wohl nie oder erst in der Nacht kommen.

Beim zurück spazieren sind wir am Hafen vorbei gekommen, welcher ein schönes Restaurant mit Garten hatte. Dort haben wir uns ein Nachtessen gegönnt, bevor wir dann eben ins Federbett gehüpft sind.

 

 

 

Adelaide – Naracoorte

Gut ausgeschlafen fahren wir mit dem Taxi zur Campervermietung von Apollo. Wir erhalten unser 7,1 Meter langen Camper, mit knapp 10000 km, also fast neu. Wir freuen uns über den vielen Platz und endlich wieder ein zu Hause zu haben, ohne ständiges packen von Koffern.

 

Als erstes fahren wir – der Erfahrung von Neuseeland sei Dank – in ein nahegelegenes Einkaufszentrum und shoppen die wichtigsten Dinge. Und das Einkaufszentrum war sooo gross, dass Conny gerade einen Coiffeure gefunden und innert zwei Stunden für 50 Dollar eine Haartönung erhalten hat und Benny sooo viele Geschäfte nach seinem Gefallen hat, dass er nebst Camper einrichten gut wusste, was er tun mag. Und zuletzt dann auch seine wohlverdiente chinesische Rückenmassage. Nach zwei Stunden treffen wir uns wieder (war schon fast komisch, so lange alleine zu sein, grins) und essen unser heissgeliebtes Sushi, bevor wir uns auf den vierstündigen Weg nach Naracoorte machen. Der Ort dient uns lediglich zum Zwischenstopp, bevor wir Richtung Great Ocean Road fahren. Unterwegs dorthin sehen wir kilometerweit nur Reben, bekannte Namen sehen wir unterwegs, Weine, welche auch in der Schweiz zu kaufen sind. Spannend zu sehen, woher die kommen.

Launceston – Hobart – Adelaide

Nachdem wir im B&B gefrühstückt und für den frühabendlichen Flug gepackt hatten, fuhren wir los Richtung Hobart. Die Stadt kannten wir ja noch nicht, da wir bei der Ankunft gleich ins Grüne gefahren sind. Unterwegs haben wir in der Nähe von Richmond bei einem Tierpark angehalten. Denn bisher haben wir nur tote Kängis und Wallabies gesehen, jetzt wollten wir sie mal aus der Nähe ansehen. Der Park war teilweise so angelegt, dass die Tiere zu den Menschen (oder leider wohl eher die Menschen zu den Tieren) gehen konnten. Im Eingang haben sie einen Futterautomaten (1 Box für 1 Dollar) aufgestellt, man kann sich vorstellen, dass fast alle dieses Futter gekauft haben und den armen Tierchen verfuttert haben. Aber wehe – man hatte kein Futter, wie wir – da wir auch mal ein härziges Känguruh ein bisschen mürrisch und tschaupet einem etwas agressiv auf dem Fuss rum, aua. Koalas haben wir leider keine gesehen. Aber zahme Rehs, Wallabies und Känguruhs. Zwar süss, aber es schmerzt einem, wenn man weiss, dass das wilde Tiere sind, welche völlig futter- und menschenabhängig gemacht wurden. Durch uns Menschen.

    

Danach gings weiter nach Hobart, wo wir im Hafen parkierten und einen Rundspaziergang durch die untere Stadthälfte machten. Nach einer kleinen Mittagspause machen wir uns auf den Weg zum Flughafen, wo wir das Mietauto abgeben, versuchen Frau Sigrist einzuchecken, obwohl sie im Pass einen anderen Namen hat 🙂 🙂 und dann eine Stunde zu früh die Gelegenheit nutzen, uns über Australien und unsere nächsten Ziele bekannt zu machen.

 

Nach einem kurzen Flug landen wir abends und mit einer erneuten Zeitverschiebung in Adelaide, stellen das Gepäck im IBIS-Hotel ab und machen uns schnurstraks auf, ein gutes Restaurant zu finden. Wir haben eine Zauberei von japanischen Spezialitäten gefunden und eine Rechnung beglichen, wo wir dreimal davon selber kochen könnten. Aber schön wars!

Gute Nacht Adelaide, gute Nacht Australien, nun endlich sind wir da und freuen uns auf das grosse Land.

St. Helens – Bay of Fire – St. Helens

Merry X-Mas da draussen! Heute ist der 25. Dezember und alle feiern diesen Tag. Das merken wir schon frühmorgens, als alles ganz still und verlassen ist im Dorf. Unterwegs stellen wir dann fest, dass wir nichts zum Abendessen haben und da alle Restaurants auch geschlossen sind, müssen wir erfinderisch werden. Bier und Wein – das haben wir am Vorabend noch eingekauft :-).

Heute fahren wir etwas nördlich zum Bay of Fire. Die Felsen an der Küste sind rot gefärbt, dies aufgrund einer speziellen Algenart. Die Kotraste sind wunderschön und laden nach einem kurzen Spaziergang zum Verweilen ein.

Anschliessend fahren wir noch zu den vom Reiseführer Stefan Loose empfohlenen Wasserfälle namens St. Columbia Falls – sie sind hübsch, aber wir haben wohl in Neuseeland zu viele Schönere gesehen.

 

Wir merken beide, dass wir keine grossen Sprünge machen wollen. Neuseeland ist uns noch zu nah und wir schaffen gerade den Sprung in die neue Welt nicht so richtig. Trotz der viel zu kurzen Zeit auf Tasmanien entscheiden wir uns, um zwei Uhr zurück in unser Häusschen auf dem Campingplatz zu fahren und dort einige ruhige Stunden mit lesen und spielen zu verbringen. Auch müssen wir ja noch einige fixe Punkte andenken, wenns denn wieder mit dem Camper weitergeht.

 

Nun, das Einkaufen an der Tanke war dann noch ein Erlebnis, essbares gibts nur Asia Nudeln und Sandwiches (so gruusigi Cheibe mit wissem Toscht, wo drümau chasch faute u imne Muufou ou gässe hesch, wääähh..). Aber in der Not… So sah dann unser Weihnachtsmenu wie unten aus :-).

    

Hobart – St. Helens

Komisch, nach so langer Zeit am Morgen in einem Hotelzimmer zu erwachen. Wir putzten uns raus und setzten uns nach einem Kaffee ins Auto und fuhren ohne grosse Stadtbesichtigung aus Hobart raus ins Grüne. Zielort ist St. Helens, wo wir zwei Nächte bleiben werden. Wir wollen in unserer kurzen Zeit die Ostküste etwas unter die Lupe nehmen. Nach einer Fahrt durch die nun nicht mehr so reichhaltige aber immer noch grüne Landschaft kommen wir schon bald an die Küste und werden nebst dem wunderschönen warmen Wetter mit weissen Sandstränden belohnt.

 

 

In St. Helens wurde Werbung für eine Wiedereröffnung einer Bar gemacht (wohl auch die einzige, die es dort gibt) und miit dem Eintreffen in der Stadt (zu Fuss) stellen wir auch ein buntes Treiben fest. Die Christmas Parade steht an! Nach einigen Biers gehen wir uns ein Restaurant suchen. Das einzige, welches geöffnet hat, ist der Italiener. Die Pizzas sind amerikanischer Style, aber gut. Während dem Essen fängt dann die Parade an, wir mussten das sehen und liessen die Pizza links liegen. Es war sooo lustig und anders, als wir das kennen. Aber eines haben die Menschen hier uns voraus. Bei uns sind Weihnachten immer so besinnlich und traurig, hier aber findet ein riesen Fest statt und die Menschen aus dem Dorf und weiter Umgebung kommen zusammen. Schön wars, danke, dass wir das miterleben durften.

Te Anau – Christchurch

Am nächsten Morgen war schon wieder recht früh Tagwach angesagt, da uns eine lange Fahrt bevorstand.

Kurz vor 7 Uhr starteten wir den Motor und begaben uns auf eine gut 8-stündige Fahrt nach Christchurch. Der erste Teil bis nach Cronwell führte uns den gleichen Weg zurück wie wir gekommen sind. Je näher wir Richtung Lindis Pass kamen säumten ganze Felder von lilafarbenen Blumen unseren Weg.

Am Lake Pukaki machten wir den nächsten Stop, wo wir frisch geräuerten Lachs aus diesem See kauften für unser Nachtessen.

Je näher wir uns Christchurch näherten, um so dunkler wurden auch die Wolken und kurz vor Christchurch begann es dann auch zu regen. Dies änderte sich auch den ganzen Abend nicht mehr, weshalb wir den letzten Abend in Neuseeland im Camper verbrachten.

Am nächsten Morgen hiess es erst mal packen und alle Ecken im Camper finden, welche noch persönliche Dinge von uns hatten.

Danach machten wir auf um Christchurch zu besichtigen. Die Spuren des verheerenden Erdbebens von 2006 sind immer noch sehr gut zu sehen und einge alte Gebäude so wie die grosse Kirche im Zentrum wird zur Zeit wieder aufgebaut.

 

Nach ein paar feinen Sushi zum Mittagessen gings dann auch schon Richtung Flughafen, zuerst um den Camper abzugeben und danach in den Flieger zu steigen. Weiter gehts nach Australien. Bzw. zuerst nach Tasmanien.

Bye-Bye Aotearoa – WIR KOMMEN WIEDER 🙂

Milford Track

Endlich gehts mit bloggen weiter – wir hatten leider ziemlich schlechte Internetverbindungen oder kaum Zeit :-). Geniesst unsere weiteren Abenteuer. 

Am Morgen des 18. Dezember 2018 kam dann das Okay, dass wir am Nachmittag unsere 4-tätige Wanderung starten können – die Niederschläge sollen gegen Nachmittag abflachen. 

So packten wir unsere Rucksäcke, stärkten uns noch mit einem Lunch und fuhren nach Te Anau Downs, wo wir um 14 Uhr ins Wasser-Taxi einstiegen. 

Nach einer einstündigen Fahrt kamen wir zum Startpunkt des Tracks. Der erste Tag war ein kurzes Warm-Up von 5 Kilometern, so dass wir nach 58 Minuten die erste Hütte (Clinton Hut) und somit auch die ersten Sandflys erreichten. 

Einige Worte zur Packliste. Im Rucksack bringe ich mit: Schlafsack, Ersatzwanderhosen, Ersatz-T-Shirts, warme Jacke (Frau zwei davon), Socken, Unterwäsche, Regensachen, Cap, Sonnenbrille. Dann Geschirr, Tassen, Besteck, Food für alle Tageszeiten. Zahnpasta, Zahnbürste, minimini Seife, Handtuch. Fertig. Und wisst ihr was? DAS funktioniert :-)!!!! Natürlich kommen wir nach vier Tagen einigermassen riechend zurück, aber was solls, alle sind wir gleich unterwegs.

    

Die nächsten drei Nächte verbringen wir nun mit Schnarchnasen, Ranggifüdles und Dauer-Bisler. Gut haben wir Ohrenstöpsel mit dabei, so können wir am ersten Morgen einigermassen ausgeruht unsere erste lange Wanderung antreten. 16,5 km erwarten uns, welche wir in 4,5 Stunden absolvierten. Zu Beginn hat es ein wenig geregnet, das Tal ist verhangen und lässt uns leider den Blick zu den Bergen nicht zu. Aber unterwegs erleben wir die unbeschreibliche Natur und können dazu fast nur einige Bilder sprechen lassen.

Nach einer 4,5 Stunden Wanderung kommen wir im Mintaro Hut an.

   

Am dritten Tag absolvieren wir 14 km, welche uns nun über den Mackinnon Pass (1146 M.ü.M.) führen. Wir kommen dann später als gewohnt im Dumpling Hut an, die Wanderung war anstrengend, aber wunderschön, nicht zuletzt, weil wir noch einen Abstecher zu den Sutherland Falls machten.

        

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©  2021 Conny & Benny Hofstetter